21.05.26 –
Videos Landtagsrede am 21.05.2026:
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Reden im Wortlaut zum Nachlesen im Transkript:
Einbringung:
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Lecker regional: In der Gemeinschaftsverpflegung das Angebot an regionalen Lebensmitteln aus der heimischen Landwirtschaft einfacher ermöglichen und steigern
Antrag Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drs. 8/6908
Alternativantrag Fraktionen CDU, SPD und FDP - Drs. 8/7003
Einbringerin ist Frau Frederking. Ich bitte um Ruhe. - Sie haben das Wort, Frau Frederking.
Dorothea Frederking (GRÜNE):
Vielen Dank. - Herr Präsident! Sehr geehrte Abgeordnete! Es gibt einen Trend, dass die Menschen mehr regionale und saisonale sowie mehr regionale Bioprodukte essen möchten: die Kartoffel aus der Börde, die Kichererbse aus der Altmark oder den Harzer Käse, der ein bisschen derb schmeckt - eben lecker regional.
(Zustimmung bei den GRÜNEN - Unruhe)
Das hat zu tun mit Frische, mit Geschmack, mit Identifikation, mit Tradition und mit Erinnerungen. Die Nachfrage nach regionalen Produkten besteht auch in der Gemeinschaftsverpflegung. Hier kochen die Großküchen in großen Mengen. Tausende Menschen essen täglich außer Haus: morgens in den Kitas, mittags in den Schulen und Kantinen und abends in den Pflegeheimen und Krankenhäusern.
Weil sich die Menschen das wünschen, möchten wir erreichen, dass mehr regionale Produkte auf die Teller der Gemeinschaftsverpflegung kommen. Regionale Lebensmittel gehören heraus aus der Nische und hinein in den Alltag. Damit würde gleichzeitig ein stabiler Absatzmarkt für die heimische Landwirtschaft geschaffen und ihre Planungssicherheit erhöht.
Es gibt allerdings zurzeit eine große Lücke. Viele Großküchen würden gern mehr regionale und saisonale Produkte einsetzen. Doch oft fehlt es an der Verfügbarkeit. Verlässliche Mengen sind nicht vorhanden. Eine passende Verarbeitung gibt es nicht. Ein Großhandel existiert nicht. Der Vertrieb und der Transport funktionieren nicht. Eine aufwendige Einzellösung zur Beschaffung würde die unter hohem Kostendruck arbeitenden Küchenteams weiter belasten.
(Unruhe)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich hatte vor Kurzem, nämlich genau vor einer halben Stunde, ein Interview mit einem MDR-Redakteur, der sagte: Das Interessanteste, was er feststellt, ist, dass den Rednern und Rednerinnen massenhaft nicht zugehört wird. - Das ist zurzeit genau das, was wir hier haben.
Ich würde Sie wirklich darum bitten: Wenn Sie derartige Gespräche führen müssen, wie Sie hier über mehrere Reihen gerade führen, dann gehen Sie bitte raus. Es ist wirklich ein Mindestmaß an Respekt gegenüber demjenigen oder derjenigen hier vorn erforderlich, der oder die einen Antrag einbringt. Wir haben heute noch vier Anträge. Ich bitte wirklich darum, dass wir diese Dinge hier vernünftig über die Bühne bringen. - Frau Frederking, Sie haben das Wort.
(Zustimmung bei den GRÜNEN)
Dorothea Frederking (GRÜNE):
Vielen Dank. - Es geht um ein so schönes Thema wie Essen. Essen ist Genuss, Leute!
(Beifall bei den GRÜNEN - Zurufe von der CDU, der AfD und der FDP)
Wir wollen mehr Essen aus Sachsen-Anhalt auf den Tellern haben. Die Herausforderung ist nun, regionale Wertschöpfungsketten mit Erzeugung, Verarbeitung, Vermarktung und Verbrauch aufzubauen. Es muss einfacher werden, regionale und saisonale Lebensmittel zu beziehen und in den Großküchen einzusetzen. Der Wunsch allein, dass die Bördekartoffel, Herr Heuer,
(Lachen bei der CDU und bei der FDP)
in der Kantine angeboten wird, reicht nicht. Das muss alles organisiert werden.
Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, ein regelmäßiges Wertschöpfungsforum einzurichten. Hier sollen nämlich die willigen und motivierten Großküchen, Caterer, Landwirtinnen und Verarbeitungsbetriebe zusammengebracht werden. Sie können dann gemeinsam produktspezifische, individuelle und praxistaugliche Wertschöpfungsketten entwickeln.
(Zuruf von Guido Kosmehl, FDP)
Ergänzend soll ein Landesprogramm „Koordinierungsstellen für regionale Wertschöpfungsketten“ geschaffen werden. Diese Stellen sollen Betriebe vernetzen, Organisations- und Verwaltungsaufgaben übernehmen und den Weg vom Acker zum Teller begleiten.
(Guido Kosmehl, FDP: Na klar!)
Das ähnlich gelagerte Bundesförderprogramm „Richtlinie zur Förderung von Bio-Wertschöpfungsketten“ ist ein voller Erfolg und bereits überzeichnet. So wurden z. B. in einem Projekt am Bodensee Betriebe mit Grasrindern vernetzt, und eine gemeinsame Vermarktung des Fleisches konnte organisiert werden. Ein anderes Beispiel: Apfelsaft von Streuobstwiesen für Kitas. Was der Einzelne nicht schaffen konnte, wurde dann in der Bündelung möglich.
Was soll ein Wertschöpfungsforum und was sollen die Koordinierungsstellen nun leisten? - Eine der vordringlichsten Aufgaben ist eine Bestandsaufnahme und Gegenüberstellung von erzeugten, angebotenen Produkten aus der Landwirtschaft und den Bedarfen der Großküchen.
(Zuruf von Siegfried Borgwardt, CDU)
So berichtete eine Referentin zur zehnten Jahrestagung zum ökologischen Landbau in Bernburg-Strenzfeld, dass es in einer Region in Hessen einen großen, also umfangreichen Anbau von Dinkel gibt.
(Zuruf von Siegfried Borgwardt, CDU)
Aus dieser Rohware wurde dann eine Dinkelnudel kreiert,
(Lachen bei der AfD)
die sich nun gerade bei den Kindern in den Schulen großer Beliebtheit erfreut. Die Referentin machte darauf aufmerksam, dass es nicht d a s Patentrezept gibt, sondern individuelle Lösungen pro Produkt gefragt sind.
Als weiteren Erfolgsfaktor nannte sie, dass die anfallenden Nebenprodukte möglichst in weiteren Kreisläufen verwertet werden sollen, also nichts wegwerfen, sondern zirkulieren lassen. Müssen zum Beispiel die Kartoffeln vor dem Verkauf geschält werden? Dazu stellt sich die Frage: Was macht man mit dem stärkehaltigen Wasser?
(Beifall bei den GRÜNEN und bei der Linken - Eva von Angern, Die Linke: Genau richtig! - Lachen und Zurufe von der AfD)
Kann das noch in der Verpackungsindustrie eingesetzt werden? Oder was macht man mit den Kartoffelschalen? Können diese an die Tiere verfüttert werden?
(Beifall bei den GRÜNEN und bei der Linken)
Somit erreicht man dann eine größere Verwertung und mehr Wertschöpfung.
Bei einer unserer letzten Veranstaltungen hatten wir eine Bäckerei aus der Börde zu Gast, die den nährstoffreichen Treber vom Bierbrauen dem Brotteig zusetzt; also auch hier eine weitere Verwertung.
Die Referentin riet ebenfalls dazu, den Möglichkeiten des Anbaus eine höhere Priorität beizumessen, also mehr vom Anbau her zu denken, damit der Kohl im Winter und die Erdbeeren im Sommer auf den Speiseplan kommen,
(Zuruf von der AfD)
oder eben auch neues Essen zu etablieren, wie den Kichererbsenaufstrich auf dem Butterbrot.
(Beifall bei den GRÜNEN und bei der Linken)
So ergeben sich gleichzeitig weitere Vorteile und trockentolerante Pflanzen, wie die Kichererbse, werden zu einer Möglichkeit der Klimaanpassung,
(Zuruf von der AfD: Oh nee!)
damit auch die Ernten von morgen und auch unsere Ernährung in der Zukunft gesichert ist.
(Zustimmung bei den GRÜNEN)
Das befördert noch eine pflanzenbasierte Ernährung. Zugleich schaffen regionale Produkte mehr Unabhängigkeit von Lebensmittelimporten, die besonders bei geopolitischen Krisenlagen unsicher werden. Gerade in Zeiten globaler Krisen wächst der Wunsch nach Sicherheit und Vertrauen. Regionalität trägt dem Rechnung.
(Zuruf von der CDU: Die Kirchererbse!)
Neben der Ernährungssicherheit geht es auch um Ernährungssouveränität. Wenn verstärkt regionale Produkte konsumiert werden, dann kann die Ernährung besser selbstbestimmt organisiert werden.
(Jörg Bernstein, FDP: Die Vielfalt!)
Sie unterliegt dann nicht mehr den Interessen globaler Märkte. Regionalität bedeutet oft kürzere Transportwege mit dem positiven Effekt von weniger Emissionen. Das hilft auch unserem Klima und stärkt gleichzeitig die regionale Wirtschaft.
Das Wertschöpfungsforum könnte z. B. von der landeseigenen Agrarmarketinggesellschaft organisiert werden; denn deren Aufgabe ist es schon heute, den Absatz von regionalen Produkten zu befördern. Das Wertschöpfungsforum ist gedacht als regelmäßiges Austausch- und Beratungsformat.
Teil der produktbezogenen Wertschöpfungsketten sind Themen wie eine gesunde Ernährung, die Umsetzung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die Reduzierung von Lebensmittelabfällen, die Förderprogramme des Bundes, die Ausschreibungskriterien oder auch Qualifizierungs- und Beratungsbedarfe für das Personal.
Besonders eine nachhaltige Speiseplanung und die Kreierung von neuen Gerichten sind entscheidend. Hier wird sich dann klären, ob man z. B. rote Beete so verarbeiten kann, dass sie auch für die Kinder interessant ist. Es braucht neue Geschmackserlebnisse und Rezepte, die die Jahreszeiten kulinarisch zurück auf die Teller bringen.
(Beifall bei den GRÜNEN und bei der Linken)
Frische, saisonale Lebensmittel bilden auch die Grundlage einer ausgewogenen Ernährung. Das stärkt die Konzentration, das Wohlbefinden und die Gesundheit. Besonders für die Kinder gilt: Wer gut isst, lernt auch besser.
Um das zu erreichen, sollten zum Wertschöpfungsforum regelmäßig Organisationen zu Gast sein, die entsprechend beraten können. Dazu wird sicherlich die Landesvereinigung für Gesundheit zählen. Auch Projekte wie „Kantine der Zukunft“ aus Berlin oder „Iss Dich fit!“, ein Projekt im Jerichower Land, entdecken die regionale und saisonale Vielfalt und entwickeln neue Rezepte, in Berlin auch mit dem Anspruch, dass die Gerichte mit regionalen Lebensmitteln nicht teurer werden. Sie zeigen, wie viel möglich ist, wenn Beratung, Vernetzung und Motivation zusammenkommen.
Deshalb bitte ich Sie um Unterstützung zu unserem Antrag. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass mehr Sachsen-Anhalt auf die Teller der Gemeinschaftsverpflegung kommt. - Danke.
(Beifall bei den GRÜNEN und bei der Linken)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Dann haben wir als Erstes eine Intervention von Frau Simon-Kuch. - Sie haben das Wort.
Elke Simon-Kuch (CDU):
Vielen Dank, Herr Präsident. - Sehr geehrte Kollegin Frederking, das, was Sie gerade vorgetragen haben, hört sich sehr charmant an. An der Stelle gestatte ich mir, darauf hinzuweisen, dass es seit über 20 Jahren in Sachsen-Anhalt ein Netzwerk Ernährung gibt. Dort haben sich Betriebe, Küchen, Krankenkassen, Bauern und Direktvermarkter, also alle, die dazugehören, dass Wertschöpfung im Lebensmittelbereich in Sachsen-Anhalt erfolgreich umgesetzt wird, zusammengeschlossen. Diese machen genau das, was Sie gerade vorgetragen haben.
Deshalb würde ich vorschlagen, wir schauen erst einmal auf das und nutzen erst einmal das, was es schon gibt, bevor wir jetzt irgendwas Neues erfinden.
(Zustimmung von Daniel Roi, AfD)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Darauf können Sie antworten.
Dorothea Frederking (GRÜNE):
Ja, sehr gerne. Es gibt auch die Landesvereinigung für Gesundheit mit den Vernetzungsstellen für Kita- und Schulverpflegung und neuerdings auch für die Seniorenernährung. Unter anderem haben wir mit denen gesprochen. Es gibt wirklich noch Lücken, die geschlossen werden müssen, um die Verfügbarkeit zu verbessern. Man bekommt die Produkte nicht.
Wir haben mit mehreren Kantinen gesprochen, die auch Ministerien versorgen. Es ist ganz schwer, die Produkte, regionale Produkte, in der ausreichenden Menge und in der gewünschten Qualität zu bekommen. Also, einfach der Einkauf ist unglaublich schwierig. Normalerweise kaufen Großküchen ja im Großhandel ein.
(Guido Kosmehl, FDP: Ja!)
Im Großhandel gibt es regionale Produkte nicht in dieser Verfügbarkeit.
(Guido Kosmehl, FDP: Weil sie nicht hergestellt werden, regional!)
- Doch, doch. Die Produkte gibt es ja, aber sie müssen sozusagen den Weg vom Acker auf den Teller finden. Man muss ja an die ganze Kette denken.
(Unruhe - Kathrin Tarricone, FDP: Es reicht jetzt! - Weitere Zurufe)
Man darf sich nicht nur die Kartoffel angucken und dann den Teller, sondern man muss auch sehen, dass eine Verarbeitung zwischendurch notwendig ist. Man muss auch die Vermarktung, den Vertrieb und den Transport organisieren.
(Anhaltende Unruhe - Zurufe: Es ist gut!)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Frau Frederking, Sie beantworten jetzt die Frage von Frau Simon-Kuch und nicht die Zwischenrufe.
(Siegfried Borgwardt, CDU: So ist es!)
Dorothea Frederking (GRÜNE):
Ach so, ja.
Vizepräsident Wulf Gallert:
Jetzt sind wir damit, glaube ich, am Ende.
(Zustimmung von Margret Wendt, AfD)
Jetzt gibt es noch eine Frage von Herrn Heuer. Wollen Sie sie zulassen?
(Zuruf: Nein!)
Dorothea Frederking (GRÜNE):
Ja.
(Unruhe)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Na dann, Herr Heuer, können Sie die Frage stellen.
(Zuruf von der CDU: Bördekartoffel! - Lachen)
Guido Heuer (CDU):
Ich wäre enttäuscht gewesen, sehr geehrte Kollegin, wenn Sie sie nicht zugelassen hätten. - Ich teile ja die Nummer regional, das teile ich alles. Ich teile zwar Großteile Ihrer Auffassung nicht, aber ich akzeptiere sie.
(Guido Kosmehl, FDP: Oh! - Jörg Bernstein, FDP: Ach!)
Aber jetzt kommen wir einmal zu den Widersprüchen. Sie haben ja mehrmals die Börde genannt. Ich bin ja ein Bördekind.
(Eva von Angern, Die Linke: Die Bördekartoffel! - Weitere Zurufe: Bördekartoffel! - Lachen)
- Bitte einmal zuhören.
(Unruhe)
- Bitte einfach einmal zuhören. Wir führen hier Diskussionen über die Versiegelung des Bördebodens; ich sage nur HTP.
Jetzt komme ich zu dem Widerspruch. Sie sind ein Befürworter des Südostlinks. Dafür gehen Hunderte und Tausende Hektar Boden gerade bei uns in der Börde verloren. Gleichzeitig wollen Sie die regionale Landwirtschaft unterstützen. Ich frage mich, wie das geht.
Gleichzeitig wird es kritisiert, wenn wir sagen, wir wollen Vorranggebiete ausweisen, wir wollen dort weiter die landwirtschaftliche Nutzung haben. Auch wenn man das alles anders sieht, ist für die Selbstversorgung, von der Sie angesprochen haben, landwirtschaftliche Fläche und landwirtschaftliche Nutzung eine Voraussetzung.
(Zuruf von Cornelia Lüddemann, Grüne)
Den Widerspruch, der sich bei Ihnen auftut zwischen Naturschutz, Energiefragen und Landwirtschaft haben Sie in den letzten zehn Jahren bei mir nicht ausräumen können. Das widerspricht sich ein Stück weit. Diesen Ausgleich haben Sie als Grüne bis heute nicht hingekriegt. Das sage ich Ihnen.
Vizepräsident Wulf Gallert:
So, Herr Heuer, aber Sie müssen es jetzt zu Ende bringen. - Falls darin eine Frage gewesen sein sollte,
(Lachen - Guido Kosmehl, FDP: Ist das so?)
Frau Frederking, die Sie erkannt haben, können Sie sie jetzt beantworten.
Dorothea Frederking (GRÜNE):
Also, wir müssen die Landwirtschaft ja sowieso fit machen, damit auf den Flächen tatsächlich noch etwas wachsen kann. Wir kriegen ja immer mehr mit, dass es durch die Dürren und durch die Trockenheit
(Oh! bei der AfD und bei der FDP - Sebastian Striegel, GRÜNE: Es ist Realität! - Unruhe)
immer schwieriger wird.
(Christian Hecht, AfD: Gehen Sie einmal auf die Äcker! Die ersaufen im Wasser!)
- Also, wir hatten tatsächlich gerade einen Landwirt zu Gast.
(Unruhe)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Nochmal: Herr Heuer hat eine Frage gestellt, und zwar an Frau Frederking. Jetzt bitte ich wirklich darum zuzuhören, damit wir hier endlich weiterkommen. - Bitte, Frau Frederking.
Dorothea Frederking (GRÜNE):
Also, vorneweg, wir sind nicht für Flächenversiegelung; im Gegenteil. Wir haben schon Anträge in den Landtag eingebracht, Flächen zu entsiegeln. - Das ist der erste Punkt.
Zweitens haben wireinen Antrag eingebracht, auch kürzlich das war in diesem Jahr , dass der Netzausbau grundsätzlich, anders als es CSU-Seehofer gewollt hat, oberirdisch erfolgt und nicht unterirdisch.
(Guido Kosmehl, FDP: Das war Sigmar Gabriel!)
Denn das ist ja die Kritik daran, dass sich der Boden soweit erwärmen könnte, dass darauf nichts mehr wächst. Also, wir haben gesagt, grundsätzlich oberirdisch.
Die Flächen, die wir haben, müssen wir tatsächlich auch so weit ertüchtigen, dass auf ihnen noch gut etwas wachsen kann, bspw. durch mehr Gehölze in der Landschaft, die auch zu einem gewissen Kühlungseffekt, zu einer gewissen Verschattung beitragen können, um die Ernten zu sichern.
Vizepräsident Wulf Gallert:
Frau Frederking, ich würde jetzt darum bitten, dass wir zum Ende kommen an der Stelle.
(Zustimmung bei der AfD - Zurufe: Ja! - Danke!)
Danke. - Dann sind wir fertig mit dem einführenden Beitrag.
Debattenbeitrag
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Dorothea Frederking (GRÜNE):
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, Herr Präsident.
(Oliver Kirchner, AfD: Am Schluss!)
Denn ich habe das Gefühl, der Antrag einfach als Stichwortgeber für die politischen Positionen genommen.
Ich fange mit Ihnen an, Frau Hohmann, weil mir das gerade noch im Gedächtnis ist. Sie haben die Preise angesprochen. Natürlich sollen das alle essen können, wenn es auf dem Teller liegt. Alle Kinder sollen die rote Bete essen können, wenn sie auf dem Teller liegt.
(Jörg Bernstein, FDP: Und das Schnitzel! - Oliver Kirchner, AfD: Was auf den Tisch kommt!)
Preise für regionale Produkte werden teurer. Ich wollte gerade noch etwas zur Kantinenkommission in der letzten Legislaturperiode sagen. Wir haben erreicht, dass Diesdorfer Säfte im Sortiment waren. Die sind jetzt wieder heraus. Die sind nicht herausgenommen worden - das ist meine These; das habe ich nicht überprüft, aber wir können das gerne überprüfen , weil sie teurer sind, sondern weil die Kantinen - gerade gestern kam wieder ein neues Produkt Coca-Cola rein - im Großhandel einfacher Coca-Cola einkaufen können und weil die Säfte von Diesdorfer dort wahrscheinlich nicht angeboten werden.
(Stefan Ruland, CDU: Weil Saft keine Cola ist!)
Das ist das Thema: Die Verfügbarkeit ist nicht gegeben. Für die Großküchen ist es schwierig, regionale Produkte überhaupt einkaufen zu können. Sie kommen an die Produkte nicht heran. Deshalb braucht es eine bessere Vernetzung und man muss natürlich diejenigen zusammenbringen, die das wollen. Das ist nicht staatlich verordnet.
(Kathrin Tarricone, FDP: Das können sie doch!)
Die Landesregierung soll nur ein Forum schaffen, in dem die Leute zusammenkommen können, die willig sind und die darauf auch Lust haben. Das ist natürlich freiwillig. Dass so etwas auch funktionieren kann, möchte ich, Herr Feuerborn, am dem Beispiel Kichererbse darstellen. Es gibt einen Anbauer in der Altmark, der auch einen Verarbeiter in der Altmark gefunden hat, um Brotaufstriche produzieren zu lassen.
Unser Ziel ist es, den Großküchen regionale Lebensmittel aus der heimischen Landwirtschaft einfacher zur Verfügung zu stellen, damit mehr in den Gerichten verarbeitet wird. Der Alternativantrag der Koalition greift unser Thema gar nicht auf. Ich könnte schlicht und ergreifend sagen: Thema verfehlt. Er nennt einen Strauß an Vertriebs- und Vermarktungsstrukturen. Das, was im Alternativantrag steht, ist alles nicht falsch, aber eben nicht das Thema, das wir heute mit unserem Antrag besetzt haben.
(Beifall bei den GRÜNEN)
Mehrere Redner, unter anderem Minister Richter, haben gesagt, wir hätten die Strukturen bereits. Sie haben die Agrarmarketinggesellschaft genannt. Ich habe mehrmals mit der Agrarmarketinggesellschaft gesprochen. Sie hat genau dieses Manko beklagt, dass es eben diese Strukturen und diese funktionierenden Wertschöpfungsketten eben noch nicht gibt.
Natürlich hat sich die Agrarmarketinggesellschaft in der Vergangenheit auch schon darum bemüht, mehr Drive hineinzubringen. Aber das ist ihr noch nicht gelungen. Wir haben mit mehreren Akteuren gesprochen. Unser Ansatz, dass wir die Leute zusammenbringen müssen, wurde auch bei der zehnten Jahrestagung in Bernburg-Strenzfeld bestätigt. Das ist aus unserer Sicht der Hebel. Das ist kein Schnellschuss oder einfach am grünen Tisch erdacht, sondern über einen jahrelangen Prozess
(Siegfried Borgwardt, CDU: Wissen wir alle!)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Frau Frederking, Sie haben die Redezeit jetzt deutlich überschritten. Herzlichen Dank.
Dorothea Frederking (GRÜNE):
Gerne.
Dorothea Frederking, MdL Tel.: 03931 - 5896 330 Werktags 10:00 - 16:00* Regionalbüromitarbeiter *Außentermine vorbehalten. Kontaktieren Sie mich gern für einen Termin oder tagesaktuelle Öffnungszeiten. |
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