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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Dorothea Frederking

Landtagssitzung am 28.01.2025 | TOP 33: Weniger Zucker in Kinderlebensmitteln und Getränken

Videos Landtagsreden am 17.12.2025, Reden im Wortlaut zum Nachlesen im Transkript:

28.01.26 –

Videos Landtagsrede am 17.12.2025: 

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Dieser Link läuft zum Ende der 8. Legislaturperiode ab!

Hier zum Antrag "Lebensmittelindustrie in die Pflicht nehmen: Weniger Zucker in Kinderlebensmitteln und Getränken" >>>

Hier zur Pressemitteilung "Gesundheit vor Profit – Einführung einer Zuckerabgabe" >>>

Reden im Wortlaut zum Nachlesen im Transkript:

Dorothea Frederking (GRÜNE):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Sehr geehrte Abgeordnete! Die Grüne Woche ist gerade vorbei. Ich würde sagen, sie war ein großartiger Erfolg für die sachsen-anhaltischen Lebensmittelhersteller.

(Zuruf von Guido Heuer, CDU)

Ihnen, den Lebensmittelherstellern, gebührt ein Dank für die vielen innovativen Produkte, die wir dort schmecken und sehen konnten. Vertreterinnen aller Fraktionen waren bei der Grünen Woche dabei, auch der FDP. Wir konnten an den Ständen viel lernen. Ich hoffe, alle waren auch offen dafür.

Wie heißt es so zutreffend: Das Auge isst mit. Davon konnten wir uns auch bei der Grünen Woche überzeugen, bei blauem, rotem, lilafarbenem Popcorn, gefärbt mit Algenextrakten. Dieses Popcorn hatte viel weniger Zucker als herkömmliches Popcorn. Visuelle Reize beeinflussen unsere Geschmackswahrnehmung und tricksen unser Gehirn ein ganz klein wenig aus: weniger Zucker und doch lecker. Oder Fruchtaufstriche ohne Zuckerzusatz: ein süßer Genuss ganz ohne Zucker.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Also, es geht: weniger Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln. Weniger Zucker ist insbesondere in Kinderlebensmitteln wichtig, damit sich die Kinder einfacher gesund ernähren können. Genau dafür setzen wir GRÜNEN uns mit diesem Antrag ein.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Wir wollen, dass präventiv gesundheitliche Probleme wie Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermieden werden.

Aber wie sieht die Realität in den Supermärkten aus, die auch Kinder täglich erleben?

Blitzschnell greifen die Kinderhände zum kleinen schwarz-weiß-gefleckten Pudding mit der fröhlich springenden Kuh auf der Wiese. Dieser enthält 5,5 g Zucker pro Becher. Das entspricht ungefähr einem Teelöffel Zucker.

(Ulrich Siegmund, AfD: Wie heißt der? - Paula!)

Ein Kind im Grundschulalter sollte maximal sechs Teelöffel Zucker am Tag zu sich nehmen. Das sind die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Ob nun der Ketchup mit dem Tabaluga-Helden, der Joghurt mit dem Monster, das Fruchtsaftgetränk voller Feen und Einhörner oder die Schlümpfe und Piraten auf Fertiggerichten -

(Beifall bei den GRÜNEN)

sie alle haben eines gemeinsam. Sie sprechen gezielt Kinder an, sehen verlockend lecker aus, werben dafür, besonders gesund zu sein, und sind es doch nicht.

Während in anderen Ländern bereits Maßnahmen greifen, um den Zuckergehalt in Lebensmitteln zu steuern, hat die Lebensmittelindustrie in Deutschland leichtes Spiel: Gummibärchenplakatwerbung vor den Schulen, Energydrinks auf „TikTok“, Werbung zu den besten Zeiten und an gut sichtbaren Orten für Produkte, die vor allem eines sind - entzückend ungesund.

Und was tun wir dagegen? - Deutschland setzt einmal wieder auf freiwillige Selbstverpflichtungen. Warum eigentlich? Wann genau hat das eigentlich jemals funktioniert?

(Guido Kosmehl, FDP: Oh!)

In diesem Fall zumindest nicht. Trotz der Selbstverpflichtungen enthalten ca. 85 % der von den Lebensmittelkonzernen beworbenen Produkte für Kinder zu viel Zucker, Fett und/oder Salz.

(Guido Kosmehl, FDP: Trotzdem sind wir groß geworden! - Tobias Rausch, AfD: Erwachsen!)

Sie sollten nach den Kriterien der WHO eigentlich gar nicht erst an Kinder vermarktet werden. Freiwillig auf Werbung verzichten? Warum denn, wenn man damit gut verdient? - Für die Lebensmittelindustrie ist Zucker ein idealer Inhaltsstoff. Er konserviert, er verstärkt den Geschmack und ist einfach und billig zu verarbeiten. Das verspricht schnelle Gewinne auf Kosten von Millionen Kindern.

(Oh! bei der FDP)

Natürlich könnte man sagen, jede und jeder ist selbst verantwortlich,

(Zustimmung von Jörg Bernstein, FDP)

die gesündere Alternative im Regal zu erspähen

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

und ganz nebenbei die Bitten der Kinder standhaft abzulehnen.

(Jörg Bernstein, FDP: Geht doch!)

Aber das greift zu kurz, wenn das Angebot, das sich speziell an Kinder richtet, gar keine echte Wahlfreiheit zulässt.

(Konstantin Pott, FDP: Natürlich!)

Liebe FDP, nun spreche ich Sie direkt an, weil Sie sehr oft argumentieren, dass Regeln die Freiheit einschränken.

(Ministerin Dr. Lydia Hüskens: Ja!)

Doch die Wahlfreiheit endet genau da, wo gesündere Lebensmittel mit weniger Zucker nicht im Regal stehen und sie gar nicht gewählt werden können. Wenn sich das nicht radikal ändert, dann setzen wir die Gesundheit der Kinder aufs Spiel, und das kann niemand wollen.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Die Eigenverantwortung stößt an Grenzen,

(Guido Kosmehl, FDP: Hände weg vom Schnitzel und Hände weg vom Überraschungsei!)

besonders dann, wenn Produkte als gesund verkauft werden, die es nicht sind. Bei einem Fruchtquark denken viele Eltern, Frucht sei gut, Quark sei gut, sie täten etwas Gutes für ihr Kind. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Hierin versteckt sich der Zucker, der die Kinder krankmacht.

(Beifall bei den GRÜNEN - Ulrich Siegmund, AfD: In Quark?)

In Deutschland wird etwa jeder fünfte Todesfall von einer ungesunden Ernährung verursacht. Zucker trägt maßgeblich zu ernährungsbedingten Krankheiten bei. Er schädigt Organe, führt zu erhöhtem Blutdruck und zu Gefäßverengungen, verursacht Herz-Kreislauf-Erkrankungen und fördert Karies. In Deutschland leidet fast jedes sechste Kind im Alter von drei bis 17 Jahren an Übergewicht oder starkem Übergewicht. Das schreibt die Leopoldina in ihrem aktuellen Positionspapier.

(Unruhe)


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Meine Damen und Herren! Ich möchte Sie bitten, etwas mehr Ruhe im Plenumeinkehren zu lassen. Es ist ganz schwierig, sowohl für die Rednerin, dagegen anzureden, als auch für diejenigen, die es zur Kenntnis nehmen wollen, zuzuhören und sich zu konzentrieren.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Wer das nicht mehr möchte, könnte den Plenarsaal auch verlassen. 
(Guido Kosmehl, FDP: Nee, nee!)

- Er könnte, wenn er es denn nicht möchte. - Frau Frederking, bitte.


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Ich denke, die Gesundheit der Kinder ist ein wichtiges Thema. Ich möchte auch darauf eingehen, dass sich Zucker gerade in den ersten Lebensjahren negativ auswirkt. Geschmack wird früh geprägt. Kinder gewöhnen sich an süße Lebensmittel und entwickeln auch einen Einheitsgeschmack.

(Tim Teßmann, CDU: Verantwortung der Eltern!)

Deswegen fordern wir, dass Sachsen-Anhalt die angekündigte Initiative von Schleswig-Holstein unterstützt und im Bundesrat für eine Zuckersteuer oder Zuckerabgabe stimmt.

(Jörg Bernstein, FDP: Ah, die Zuckersteuer löst das!)

Schleswig-Holstein will sich in einem ersten Schritt für die Einführung einer nationalen Zuckersteuer oder -abgabe auf Soft- und Energydrinks einsetzen.

(Beifall bei den GRÜNEN - Guido Kosmehl, FDP: Das macht die CDU schon!)

Nach einer Evaluierung soll die Steuer oder Abgabe auch auf andere Lebensmittel wie Kinderlebensmittel ausgeweitet werden.

(Guido Kosmehl, FDP: Klar, selbstverständlich!)

In Großbritannien haben die Hersteller von Soft- und Energydrinks nach der Einführung der Zuckersteuer bewiesen, dass sie mit anderen Rezepturen den Zuckergehalt senken können, ohne dass die Verbraucherpreise gestiegen sind.

(Guido Kosmehl, FDP: Aber der Absatz ist zurückgegangen! - Zuruf von Guido Heuer, CDU)

In Großbritannien hat eine namhafte Orangenbrause nur etwa 4,5 g Zucker auf 100 ml; in Deutschland enthält das gleiche Produkt doppelt so viel Zucker.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Eine Zuckersteuer gibt es mittlerweile in mehr als 20 Ländern, viele davon in Lateinamerika. Sie wirkt. Mit sinkenden Zuckergehalten hat sich die Zahngesundheit verbessert, die Adipositasraten sind rückläufig.

(Guido Kosmehl, FDP: In Südamerika hat sich Zahngesundheit verbessert?)

Vor allem in Mexiko und Chile sind die Adipositasraten rückläufig.

(Guido Kosmehl, FDP: Mexiko ist nicht in Südamerika! - Guido Heuer, CDU: Lateinamerika!)

- Ja, das ist Lateinamerika. - Das zeigt, klare politische Rahmenbedingungen helfen auch.

(Zustimmung bei den GRÜNEN - Zuruf von Guido Heuer, CDU)

Wir wollen, dass sich alle Kinder und Jugendliche in diesem Land einfacher gesund ernähren können, ohne bei jedem Produkt erst Nährwerttabellen studieren oder jede Werbung kritisch hinterfragen zu müssen.

(Tobias Rausch, AfD: Ist doch gut jetzt!)

Es reicht nicht, auf Selbstverpflichtungen zu setzen, die nachweislich nicht greifen. Es wäre fahrlässig, zu hoffen, die Industrie werde das Problem aus eigenem Antrieb lösen. Es sind regulatorische Maßnahmen wie eine Zuckersteuer oder -abgabe erforderlich. So schlägt es übrigens unter anderem die Leopoldina vor.

(Beifall bei den GRÜNEN - Zustimmung bei der Linken)

Wir wollen die Lebensmittelindustrie in die Pflicht nehmen, weniger Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln zu nutzen. Falls sie das nicht tut, sollen die Mehreinnahmen aus einer Steuer oder einer Abgabe für gesundheitsfördernde Maßnahmen genutzt werden.

Es soll leicht sein, sich gesund zu ernähren. Eine Zuckersteuer wirkt. Der Nachweis ist erbracht worden. Diesen haben viele Länder erbracht, unter anderem Großbritannien. Das ist ein Erfolg auch für die Gesundheit. Deshalb werbe ich um die Zustimmung zu unserem Antrag.

(Beifall bei den GRÜNEN)


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Zu diesem Tagesordnungspunkt wurde eine Dreiminutendebatte vereinbart. Es haben sich Herr Rausch, Herr Heuer und Frau Gorr gemeldet. Ich bitte die beiden Mitglieder der CDU-Fraktion, sich zu einigen, wer sich zu Wort meldet. - Herr Rausch?


Tobias Rausch (AfD):

Nein, nein.


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Es war eine andere Regung. - Herr Heuer oder Frau Gorr, wer möchte? - Herr Heuer, bitte schön.


Guido Heuer (CDU):

Ich hätte meiner Kollegin gern den Vortritt gelassen. - Sehr geehrte Kollegin Frederking, Sie reden immer nur über staatliches Handeln. Ich habe von Ihnen nichts über die Verantwortung des Elternhauses gehört,

(Beifall bei der CDU und bei der FDP)

null Komma nichts. Sie fordern immer nur Reglementierung. Ich glaube, wir sind eine freiheitliche Gesellschaft. Sie reden überhaupt nicht von der Eigenverantwortung im eigenen Elternhaus.

(Zustimmung bei der CDU - Beifall bei der FDP)

Das ist eine Frage der Erziehung. Das fehlt mir in Ihrer Stellungnahme komplett. Zu allem anderen können wir uns gern kontrovers streiten. Aber an dieser Stelle haben Sie das Thema echt verfehlt. Die Eigenverantwortung im Elternhaus fehlt bei Ihnen komplett.


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Frau Frederking, wollen Sie reagieren?


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Sehr geehrter Herr Heuer, es ist spät und ich kenne Ihre Tricks.

(Lachen bei der CDU und bei der AfD - Guido Heuer, CDU: Gehen wir beide eine Tafel Schokolade essen?)

Wenn es unangenehm wird, stellen Sie sich schlafend. Aber ich habe Sie nicht schlafend gesehen.

(Lachen und Oh! bei der CDU, bei der AfD, bei der Linken, bei der SPD und bei der FDP - Guido Heuer, CDU: Oh, Doro!)

Ich hatte Sie die ganze Zeit im Blick und habe Sie nicht schlafend gesehen. Deshalb wundere ich mich, dass Sie das mit der Eigenverantwortung nicht gehört haben. Ich habe gesagt, Eigenverantwortung stößt an Grenzen. Denn die Leute haben keine Wahlfreiheit,

(Zurufe von der CDU: Was? - Weitere Zurufe von der CDU und von der FDP)

da es Produkte mit weniger Zucker- ich rede über die Kinderlebensmittel - gar nicht gibt.

(Zustimmung bei den GRÜNEN - Jörg Bernstein, FDP: Einfach nicht kaufen!)

Wir wollen mit unserem Antrag erreichen, dass die Lebensmittelindustrie andere Rezepturen und Lebensmittel mit weniger Zucker anbietet; die haben wir heute noch nicht in den Regalen.

(Beifall bei den GRÜNEN - Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Genau!)


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Herr Heuer, Sie wollten reagieren?

(Zuruf von der AfD: Machen Sie es nicht!)


Guido Heuer (CDU):

Sehr geehrte Kollegin Frederking, stellen Sie sich einmal vor, ich hätte mich schlafend gestellt, als ich Sie im SUV mit in den Wald genommen habe.

(Lachen bei alle Fraktionen - Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Reden Sie bitte nicht weiter! - Jörg Bernstein, FDP: Das wird ja immer besser! - Weitere Zurufe - Unruhe)

Eigenverantwortung beginnt auch an dieser Stelle. Ich bin Vater einer 27-jährigen Tochter; sie war auch mal klein. Ganz ehrlich: Es liegt in der Verantwortung der Eltern, welches Frühstück man seinen Kindern mit in die Schule gibt. Und ich sage Ihnen: Meine Tochter hatte eine Wurschtbemme, eine Milchschnitte und einen Apfel dabei - einmal als Beispiel.

(Beifall bei der CDU - Lachen bei und Zurufe von allen Fraktionen - Unruhe)

Ich mache an dieser Stelle keine Schleichwerbung, aber ich merke, das Haus ist wach. Das ist auch einmal ganz gut so. Doro - sorry, dass ich dich duze -, es macht Spaß, diese Diskussion zu führen. Ich nehme Sie auch gerne wieder mit in den Wald.


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Das sind doch Angebote. - Jetzt bitte.


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Ich nehme das Angebot an.

(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Sie können noch mehr Fragen stellen!)

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Dorothea Frederking (GRÜNE):

Sehr geehrte Frau Präsidentin, vielen Dank. - Sehr geehrte Abgeordnete! Ich freue mich über diese engagierte Diskussion. Ich würde gern mit Herrn Minister Richter anfangen.

(Unruhe)

Sie sagten, Zucker sei nicht schädlich. Wir sagen: Doch, Zucker ist in Mengen schädlich.

(Jörg Bernstein, FDP: Das hat er doch gesagt! - Weitere Zurufe)

Ich habe ausgeführt, dass Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, um nur einige gesundheitliche Probleme zu nennen, Folgen sind. Wir wollen den Zucker ja nicht abschaffen. Wir wollen weniger Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln.

Herr Heuer sprach die Milchschnitte für seine Tochter an. Wir wollen die Milchschnitte nicht abschaffen, sondern wir wollen, dass die Milchschnitte weniger Zucker enthält, also mit einer anderen Rezeptur kommt.

(Beifall bei den GRÜNEN - Zuruf von Guido Heuer, CDU - Unruhe)

Heute werden die Kinder mit den sogenannten Kinderlebensmitteln, mit den bunten Verpackungen und den lustigen Bildern, verführt.

(Andreas Silbersack, FDP: Graue Verpackungen, oder was? - Oh! bei der AfD und bei der FDP)

Die Kinder möchten diese Lebensmittel haben.

(Zuruf von Andreas Silbersack, FDP - Unruhe)

- Gute Frage, Herr Silbersack; Sie folgen mir. - Wir wollen, dass die Kinder diese lustigen Lebensmittel weiterhin essen können, allerdings sollen sie gesünder sein.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Das wollen wir erreichen, indem die Lebensmittelindustrie Anreize bekommt, bspw. mit einer Steuer oder einer Abgabe. Diese Steuer oder Abgabe soll von der Lebensmittelindustrie bezahlt werden.

(Zuruf von der AfD)

Herr Richter, Sie fragten, wie das gehen kann.

(Marco Tullner, CDU: Jetzt lasst Frau Frederking ausreden!)

Die Antwort ist: Wir können nach Großbritannien gucken und uns daran orientieren. Herr Heuer fragte    


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Einen Augenblick bitte, Frau Frederking. - Herr Tullner, das ist noch immer meine Aufgabe. Ich nehme das aber durchaus zum Anlass, um um Aufmerksamkeit für die Rednerin und um Ruhe im Plenarsaalzu bitten, sodass man der Diskussion folgen kann.

(Beifall bei den GRÜNEN - Marco Tullner, CDU: Sehr gut!)


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Argumente zu gut sind und Sie es deshalb nicht ertragen können und deshalb mit Lautstärke dagegen argumentieren.

(Jörg Bernstein, FDP: Das ist nicht so! - Andreas Silbersack, FDP: Nein!)

Die Frage war, hat die Steuer eine steuernde Wirkung? - Ja!

(Guido Kosmehl, FDP: Nein!)

In Großbritannien ist dies belegt worden. Die Hersteller haben den Zuckergehalt gesenkt. Sie haben keine Steuer zahlen müssen. Sie haben den Zuckergehalt gesenkt.

(Guido Kosmehl, FDP: Und was haben sie dann verwendet? - Dr. Katja Pähle, SPD: Nichts! -Guido Kosmehl, FDP: Zuckerersatzstoffe! - Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Nein! - Zuruf von Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE - Unruhe)

Der Zuckerkonsum ging zurück und das war gesünder.


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Frau Frederking, einen Augenblick bitte. - Meine Damen und Herren! So geht es nicht. Wenn wir uns gemeinsam dafür entscheiden, eine Tagesordnungaufzusetzen, die weit in den Abend hineinreicht, dann gebieten es der Anstand und auch die politische Kultur, dann auch den Tagesordnungspunkten, über die am späten Abend oder am späteren Abend verhandelt wird, mit der nötigen Aufmerksamkeit zu begegnen und nicht die Rednerin zu torpedieren.

(Beifall bei den GRÜNEN und bei der Linken)

Ich bitte deshalb für den letzten vorgesehenen Redebeitrag - vielleicht kommen bei den nächsten Debatten weitere Beiträge  , um die entsprechende Aufmerksamkeit. - Bitte, Frau Frederking.


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Herr Kosmehl, ich habe in der Lebensmittelindustrie gearbeitet. Ich bin Ingenieurin für Lebensmitteltechnologie. Ich habe viel in der Getränkeherstellung gearbeitet und ich weiß, was möglich ist und dass man andere Rezepturen verwenden kann.

(Guido Kosmehl, FDP: In der DDR war in der Maracujabrause auch nicht viel Maracuja!)

Herr Teßmann, Sie haben den Zuckerrübenanbau angeführt. Ich glaube nicht, dass es Ihr Ernst ist, damit zu suggerieren, dass wir viel Zucker essen sollten, damit die Landwirtschaft ein gutes Geschäft macht. Nach dieser Logik müssten wir alle essen und trinken, bis wir platzen.

(Unruhe)

Ich denke, in der Abwägung, was und wie viel wir essen, sollten Bedarf und Gesundheit Priorität haben. Die Landwirtschaft versorgt uns mit wertvollen Lebensmitteln, und damit diese Lebensmittel gesund bleiben, die aus der landwirtschaftlichen Urproduktion kommen, muss die Industrie in die Pflicht genommen werden, und zwar mit anderen Rezepturen.


Vizepräsidentin Anne-Marie Keding:

Frau Frederking, kommen Sie bitte bald zum Ende.


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Ich würde gern noch zwei Sätze sagen.

(Zurufe: Nein!)

Wahlfreiheit und Eigenverantwortung kann es nur geben, wenn verarbeitete Lebensmittel mit weniger Zucker im Supermarkt zu finden sind.

(Guido Kosmehl, FDP: Der Supermarkt bestimmt, welche Lebensmittel er anbietet!)

Wir möchten, dass Sachsen-Anhalt mitzieht und die angekündigte Bundesratsinitiative von Schleswig-Holstein unterstützt.

(Guido Kosmehl, FDP: Nein!)

Vielen Dank.

(Beifall bei den GRÜNEN)

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