
29.01.16 –
Statements der landwirtschaftspolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dorothea Frederking, im Rahmen der heutigen Debatte über den bündnisgrünen Antrag, mit dem der Ausstieg aus dem Kürzen der Ringelschwänze bei Ferkeln eingeleitet werden soll:
„Die gesellschaftliche Debatte der vergangenen zwei Jahre hat gezeigt, dass die Menschen mehr Tierschutz und mehr Tierwohl wollen. Eine Anfang Januar von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vorgelegte Studie belegt, dass 90 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, einen deutlich höheren Preis für Fleisch zu bezahlen, wenn sie wissen, dass die Tiere gut gehalten wurden. Mit einer verbindlichen Kennzeichnung zur Haltungsform der Tiere bei allen tierischen Lebensmittel wird genau das möglich.“
„Das System der industriellen Landwirtschaft ist auf maximale Rationalisierung ausgerichtet und passt die Tiere mit Schnabel- und Schwanzkupieren, Enthornungen und Zähneabkneifen den Bedingungen in den Ställen an. Doch genau dieses Prinzip muss gedreht werden: Haltungsbedingungen und Fütterung müssen an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden.“
„Unser Motto: ,Landwirtschaft schützen – Tierhaltung neu denken‘ bedeutet, dass der Ausstieg aus dem Schwanzkupieren bei Schweinen zum neuen Denken bei der Tierhaltung dazu gehört. Unversehrte und gesunde Tiere, die ihre arteigenen Verhaltensweisen ausleben können, muss das Ziel sein.“
„Landwirtschaft muss mit der Qualität der Produkte werben, und eine Qualität, die die Gesellschaft nachfragt, ist das Tierwohl. Tierschutz ist eine Chance für die heimische Landwirtschaft, damit sie dauerhaft eine Perspektive hat und auf dem globalen Markt nicht kaputtgespielt wird.“
„Voraussetzung für einen intakten Ringelschwanz sind Wohlbefinden und eine gute Gesundheit der Tiere. Das kann nur erreicht werden, durch die Änderung der Haltungsbedingungen und die Umstellung bei der Fütterung. Auch die Betriebe in Sachsen-Anhalt müssen sich auf den Weg machen – nicht zuletzt deshalb weil das Kürzen des Schwanzes verboten ist. Dabei müssen sie durch Informationen und Beratung sowie finanziell unterstützt werden.“
Dorothea Frederking, MdL Tel.: 03931 - 5896 330 Werktags 10:00 - 16:00* Regionalbüromitarbeiter *Außentermine vorbehalten. Kontaktieren Sie mich gern für einen Termin oder tagesaktuelle Öffnungszeiten. |
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