05.02.26 –
Jeder fünfte kontrollierte Nutztierbetrieb in Sachsen-Anhalt fällt bei Tierschutzkontrollen durch. Der aktuelle Tierschutzbericht für 2024 nennt Verstöße bei der Versorgung kranker und verletzter Tiere, Mängel bei Futter und Wasser, Defizite bei Unterbringung und Pflege sowie fehlendes Beschäftigungsmaterial. In 17 Fällen wurden sogar schwerwiegendste Verstöße festgestellt, in zwölf Fällen brauchte es gerichtliche Maßnahmen.
Dazu erklärt Dorothea Frederking, Sprecherin für Landwirtschaft und Tierschutz der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Diese Zahlen sind ein Weckruf. Wir brauchen den Umbau in der Nutztierhaltung mehr denn je, und eine bessere Tierhaltung muss mit einer eindeutigen und verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung transparent gemacht werden. Tierwohl ist kein Zusatz, den man sich leistet, wenn es gerade passt.“
„Tierwohl ist eine Frage von Anstand und von Kontrolle. Wenn in jedem fünften Betrieb Mängel festgestellt werden, dann müssen wir hinschauen, statt wegzuschauen. Dann braucht es Transparenz, die wirkt, und Regeln, die durchgesetzt werden.“
Genau hier liegt der Hebel. Eine klare, verpflichtende staatliche Tierhaltungskennzeichnung schafft Orientierung für Verbraucherinnen und Verbraucher und setzt faire Anreize für Betriebe, die mehr für Tierwohl leisten. Laut Ernährungsreport 2024 wünschen sich 85 Prozent der Menschen in Deutschland eine verpflichtende staatliche Kennzeichnung.
„Wer im Regal sieht, wie Tiere gehalten werden, kann sich bewusst entscheiden. Und wer gut hält, kann das endlich sichtbar machen und besser bezahlt bekommen. So wird bessere Tierhaltung zum Geschäftsmodell statt zum Wettbewerbsnachteil“, so Frederking.
Dass ausgerechnet die CDU die Einführung immer weiter nach hinten schiebt, ist das Gegenteil von Verantwortung. Die Kennzeichnung sollte ursprünglich ab 1. August 2025 verpflichtend starten. Die Einführung zum 1. März 2026 wird nun wieder infrage gestellt und soll weiter auf 2027 verschoben werden. Das ist das Gegenteil von Planungssicherheit.
Frederking: „Die CDU diskutiert, während Tiere leiden und Betriebe im Unklaren bleiben. Sachsen-Anhalt braucht Tempo, damit Tierwohl nicht weiter verschoben wird. Transparenz ist der Anfang, Konsequenz der Maßstab.“
Dorothea Frederking, MdL Tel.: 03931 - 5896 330 Werktags 10:00 - 16:00* Regionalbüromitarbeiter *Außentermine vorbehalten. Kontaktieren Sie mich gern für einen Termin oder tagesaktuelle Öffnungszeiten. |
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