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Preistreiber Ökostrom?

    Zu der Frage "Preistreiber Ökostrom oder Mythen der Energielobby" organisierte der Kreisverband Magdeburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 9. Februar 2011 eine Informationsveranstaltung. Die Referenten waren Hans-Josef Fell (MdB und energiepolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion), Gunnar Harms (Bund der Energieverbraucher e.V.) und Johannes Kempmann (technischer Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg). Die Moderation war mein Part.

    Der Strompreis ist der gefühlte Brotpreis des 21. Jahrhunderts. Regelmäßige Strompreiserhöhungen erhitzen die Gemüter, und seitens der Energieversorger werden dafür zunehmend die Vergütungen für die erneuerbaren Energien verantwortlich gemacht. Die daraus resultierende Umlage für den regenerativen Strom beträgt inzwischen 3,5 Cent pro Kilowattstunde.

    In allen Vorträgen der Referenten wurde aber deutlich dargelegt, dass sich die Strompreiserhöhungen nicht allein auf die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zurückzuführen lassen. Auch die Stromversorger erhöhen ihre Kostenanteile, so dass ihre Gewinnmargen steigen: beispielsweise kletterten für drei große Energiekonzerne (RWE, EnBW und E.ON) die Gewinne von 5 Milliarden Euro im Jahr 2002 auf 23 Milliarden Euro im Jahr 2009 steil nach oben.

    Aktuell gibt es Spielräume für Strompreissenkungen. Denn die Beschaffungskosten an der Börse sind deutlich gesunken. Ein Grund ist der zunehmende erneuerbare Strom, der oft vorhanden ist, wenn viel Strom gebraucht wird (Solaranlagen produzieren sehr viel in der nachfragestarken Mittagszeit). Teure Spitzenlastkraftwerke müssen dann nicht mehr zugeschaltet werden - der Börsenpreis sinkt. Wird diese Kausalität aufgezeigt, so steigert das die Akzeptanz für Wind-, Wasser- und Sonnenenergie.

    Die Diskussion um den Strompreis allein wird den Herausforderungen unserer Zeit allein aber nicht gerecht. Ressourcenverknappung und Klimawandel machen es dringend erforderlich, Energie einzusparen und die Energieerzeugung so schnell wie möglich auf eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien umzustellen. Klimaschutz kostet - kein Klimaschutz ist unbezahlbar und kostet unsere Zukunft.